Chord Electronics Mojo 2 (2025) Test – ein moderneres Update eines außergewöhnlichen portablen DACs
Einleitung
Der Chord Electronics Mojo 2 gehört seit seiner Einführung zu den bekanntesten hochwertigen portablen DAC-/Kopfhörerverstärker-Kombinationen. Beim aktualisierten Mojo 2 (2025) hat Chord bewusst darauf verzichtet, ein technisch völlig neues Gerät zu entwickeln.
Stattdessen wurde ein bereits sehr leistungsfähiges Konzept an entscheidenden Stellen modernisiert.
Eine der beiden ursprünglichen 3,5-mm-Buchsen wurde durch einen 4,4-mm-Kopfhöreranschluss ersetzt. Gleichzeitig kann der USB-C-Anschluss nun nicht nur Audiodaten übertragen, sondern auch den internen Akku laden. Zusätzlich speichern die 3,5- und 4,4-mm-Ausgänge ihre Lautstärke- und DSP-Einstellungen separat.
Bei Hi-Stands ist die aktualisierte Version inzwischen eingetroffen und direkt ab Lager lieferbar.
Verarbeitung und Gehäuse
Optisch bleibt der Mojo 2 seinem charakteristischen Design treu. Das kompakte Gehäuse wird in Großbritannien aus präzise CNC-gefrästem Aluminium gefertigt und vermittelt einen ausgesprochen hochwertigen und robusten Eindruck.
Mit rund 83 x 62 x 23 mm ist er klein genug für den mobilen Einsatz, wirkt jedoch deutlich substanzieller als typische USB-Dongle-DACs.
Die beleuchteten kugelförmigen Bedienelemente bleiben erhalten. Je nach Funktion und Einstellung verändern sie ihre Farbe. Das ist unverwechselbar und nach etwas Eingewöhnung durchaus logisch.
Für Einsteiger ist dieses Konzept allerdings weniger intuitiv als ein klassisches Display mit Menüführung. Die Farbcodes sollte man zunächst im Handbuch nachlesen.
Bedienung und Ausstattung
Der Mojo 2 bietet weiterhin eine außergewöhnlich flexible digitale Anschlussausstattung.
Zur Verfügung stehen unter anderem USB-C, Micro-USB, optische und koaxiale Digitaleingänge. Über geeignete Eingänge verarbeitet das Gerät PCM-Signale mit bis zu 32 Bit/768 kHz sowie DSD bis DSD256.
Die aktuelle Version bietet:
- einen 3,5-mm-Kopfhörerausgang;
- einen 4,4-mm-Kopfhörerausgang.
Wichtig ist dabei eine technische Klarstellung: Der neue 4,4-mm-Anschluss macht den Mojo 2 nicht zu einem vollständig symmetrisch aufgebauten Verstärker. Der interne analoge Signalweg bleibt single-ended.
Der praktische Vorteil liegt deshalb vor allem darin, Kopfhörer mit 4,4-mm-Stecker ohne Adapter anschließen zu können.
Deutlich angenehmer ist auch die neue USB-C-Ladefunktion. Für viele Anwender bedeutet das, dass unterwegs kein zusätzliches Micro-USB-Kabel mehr benötigt wird.
Die getrennte Speicherung von Lautstärke und DSP pro Ausgang ist ebenfalls clever. Empfindliche In-Ears über 3,5 mm und ein großer Kopfhörer über 4,4 mm können dadurch mit unterschiedlichen Einstellungen betrieben werden.
UHD DSP und Crossfeed
Eine Besonderheit bleibt Chords UHD DSP.
Damit lässt sich die tonale Balance des Mojo 2 digital beeinflussen, ohne eine konventionelle analoge Klangregelung einsetzen zu müssen. Die Funktion eignet sich beispielsweise, um einen etwas hellen Kopfhörer dezent zu korrigieren oder den Bassbereich an den persönlichen Geschmack anzupassen.
Hinzu kommt eine mehrstufige Crossfeed-Funktion. Dabei wird die bei Kopfhörern extreme Kanaltrennung etwas reduziert, wodurch die räumliche Darstellung stärker an die Wiedergabe über Lautsprecher erinnern kann.
Gerade bei längeren Hörsessions ist diese Funktion durchaus sinnvoll.
Klangqualität
Klanglich bleibt der Mojo 2 der eigentliche Star der Show.
Seine Wiedergabe ist transparent, schnell, präzise und außergewöhnlich informationsreich, ohne Musik in eine sterile Analyse zu verwandeln.
Feindynamische Veränderungen werden sehr sauber herausgearbeitet. Instrumente besitzen klare Konturen, Stimmen wirken natürlich und die räumliche Staffelung ist für ein Gerät dieser Größe bemerkenswert.
Bass
Der Bassbereich ist tiefreichend, kontrolliert und sehr präzise. Chord vermeidet künstliche Wärme oder einen aufgeblähten Oberbass.
Dadurch profitiert insbesondere komplexe Musik, bei der Basslinien und Schlagzeug sauber voneinander getrennt bleiben sollen.
Mitten
Stimmen gehören zu den Stärken des Mojo 2. Sie werden klar und detailreich dargestellt, besitzen aber ausreichend Körper, um nicht dünn oder technisch zu wirken.
Akustische Instrumente profitieren von der feinen Texturauflösung.
Hochton
Der Hochton ist offen und detailliert, ohne künstlich angehoben zu wirken. Dadurch entsteht viel Auflösung, ohne dass der Mojo 2 ständig versucht, mit übertriebener Brillanz zu beeindrucken.
Raumabbildung
Auch die räumliche Abbildung überzeugt. Besonders auffällig ist die Tiefenstaffelung: Instrumente werden nicht einfach nur von links nach rechts verteilt, sondern erhalten nachvollziehbare Positionen innerhalb des Aufnahmeraums.
Leistung des Kopfhörerverstärkers
Chord gibt rund 600 mW an 30 Ohm sowie 90 mW an 300 Ohm an. Die Ausgangsimpedanz liegt bei sehr niedrigen ungefähr 0,06 Ohm.
Damit eignet sich der Mojo 2 sowohl für empfindliche IEMs als auch für viele anspruchsvollere Full-Size-Kopfhörer.
Sehr leistungshungrige Magnetostaten oder andere außergewöhnlich schwer anzutreibende Modelle können von einem großen stationären Kopfhörerverstärker noch profitieren. Für einen mobilen DAC/Amp ist die Leistungsreserve des Mojo 2 jedoch beachtlich.
Vergleich mit Alternativen
Ein iFi xDSD Gryphon verfolgt beispielsweise ein anderes Konzept. Er bietet integriertes Bluetooth und eine vollständig symmetrische 4,4-mm-Signalführung und richtet sich damit stärker an Anwender, die maximale Anschlussvielfalt wünschen.
Der Mojo 2 konzentriert sich stärker auf kabelgebundene digitale Wiedergabe, seine FPGA-basierte Wandlung und die umfangreichen DSP-Möglichkeiten.
Der Chord Hugo 2 stellt innerhalb der Chord-Familie die nächsthöhere Lösung dar. Er ist größer, umfangreicher ausgestattet und technisch ambitionierter, kostet allerdings entsprechend mehr.
Gerade deshalb besitzt der Mojo 2 einen besonderen Reiz: Er bringt einen großen Teil der Chord-Philosophie in ein außergewöhnlich kompaktes Format.
Für wen eignet sich der Mojo 2?
Besonders interessant ist er für:
- Besitzer hochwertiger kabelgebundener Kopfhörer und IEMs;
- Anwender von Smartphones, Tablets, Notebooks oder DAPs;
- Hörer, die Neutralität und Detailauflösung schätzen;
- Nutzer, die dasselbe Gerät mobil und am Schreibtisch einsetzen möchten;
- Audiophile, die DSP und Crossfeed gezielt einsetzen möchten;
- Besitzer von Kopfhörern mit 4,4-mm-Kabel.
Wer dagegen Bluetooth, ein großes Display und appbasierte Bedienung als Voraussetzung betrachtet, sollte sich auch andere Lösungen ansehen.
Pluspunkte
- Sehr transparente und detailreiche Wiedergabe
- Hervorragende Dynamik
- Präzise räumliche Abbildung
- Leistungsfähiger Kopfhörerverstärker
- Sehr geringe Ausgangsimpedanz
- Umfangreicher UHD DSP
- Crossfeed
- Neuer 4,4-mm-Ausgang
- USB-C für Audio und Laden
- Getrennte Lautstärke-/DSP-Speicherung
- Bis 768 kHz PCM und DSD256
- Robustes Aluminiumgehäuse
- Portable und stationär einsetzbar
- Kompatibel mit Chord Poly
Minuspunkte
- Farbcodierte Bedienung erfordert Eingewöhnung
- Kein Display
- Kein integriertes Bluetooth ohne Poly
- 4,4 mm bedeutet keine vollständig symmetrische Verstärkerschaltung
- Akkulaufzeit von ungefähr acht Stunden ist inzwischen nur durchschnittlich
- Extrem anspruchsvolle Kopfhörer können von einem großen Desktop-Verstärker profitieren
Fazit
Der Chord Electronics Mojo 2 (2025) ist kein unnötiger Modellwechsel, sondern eine sinnvoll modernisierte Version eines bereits außergewöhnlich guten DAC/Kopfhörerverstärkers.
4,4 mm, USB-C-Laden und getrennte Einstellungen pro Ausgang beseitigen einige der wichtigsten praktischen Kritikpunkte der bisherigen Version.
Am entscheidenden Punkt hat Chord dagegen nichts verändert: der Klangqualität.
Der Mojo 2 kombiniert Auflösung, Dynamik, räumliche Präzision und Neutralität auf einem Niveau, das für ein derart kompaktes Gerät weiterhin beeindruckend ist.
Wer eine möglichst einfache Benutzeroberfläche oder umfassende Wireless-Funktionen sucht, wird möglicherweise anderswo glücklicher. Wer dagegen einen hochwertigen kompakten DAC/Kopfhörerverstärker sucht, bei dem die Klangqualität an erster Stelle steht, sollte den Mojo 2 weiterhin sehr ernst nehmen.
Die 2025-Version ist nicht revolutionär anders – sie ist schlicht die praktischere und vollständigere Variante des Mojo 2.