AudioQuest DragonFly Copper vs Cobalt: die Unterschiede
Mit dem DragonFly Copper hat AudioQuest seine bekannte kompakte USB-DAC-Serie technisch umfassend weiterentwickelt. Der DragonFly Cobalt galt seit 2019 als Spitzenmodell der Serie, doch beim Copper wurden mehrere zentrale Bereiche des Designs neu konzipiert.
Beide Geräte sind USB-DAC, Vorverstärker und Kopfhörerverstärker in einem kompakten Gehäuse. Beide unterstützen nativ bis zu 24 Bit/96 kHz und können an Computern, Smartphones, Tablets, Kopfhörern sowie kompletten HiFi-Systemen eingesetzt werden.
Im Inneren unterscheiden sie sich jedoch deutlich.
DragonFly Copper und Cobalt im Vergleich
| Merkmal | DragonFly Copper | DragonFly Cobalt |
| DAC | ESS Sabre ES9218 | ESS ES9038Q2M |
| Kopfhörerverstärker | Im ES9218 integriert | ESS Sabre 9601 |
| Native Auflösung | 24 Bit/96 kHz | 24 Bit/96 kHz |
| Ausgangsspannung | Laut AudioQuest 2× mehr Leistung als frühere DragonFlys | 2,1 V |
| Lautstärkeregelung | 64 Bit bit-perfect digital | 64 Bit bit-perfect digital |
| MQA-Rendering | Nein | Ja |
| Anschluss | USB-A | USB-A |
| USB-C | DragonTail-Adapter inklusive | DragonTail-Adapter inklusive |
| Rauschreduzierung | Kupferbeschichtetes HF-ableitendes Gehäuse | Interne Netzteil-/HF-Filterung |
| Einführung | 2026 | 2019 |
Neuer ESS Sabre ES9218 im Copper
Cobalt verwendet den ESS ES9038Q2M DAC zusammen mit einem separaten ESS Sabre 9601 Kopfhörerverstärker.
Beim Copper setzt AudioQuest auf den ESS Sabre ES9218, der DAC und Kopfhörerverstärker integriert.
Laut DragonFly-Entwickler Gordon Rankin gehörte mehr Kopfhörerleistung zu den häufigsten Kundenwünschen. Der ES9218 ermöglichte AudioQuest eine komplett überarbeitete Architektur und deutlich mehr verfügbare Kopfhörerleistung.
Mehr Leistung für Kopfhörer
AudioQuest gibt an, dass Copper die doppelte Ausgangsleistung jedes früheren DragonFly bietet.
Cobalt verfügt mit seinem 2,1-Volt-Ausgang bereits über genügend Leistung für eine große Auswahl an Kopfhörern. Copper erweitert diesen Einsatzbereich und stellt mehr Leistungsreserve für anspruchsvollere Kopfhörer zur Verfügung.
Ob ein Kopfhörer davon tatsächlich profitiert, hängt weiterhin von Empfindlichkeit, Impedanz und Konstruktion ab.
Beide bleiben bei 24 Bit/96 kHz
Bei der maximalen nativen Auflösung gibt es keinen Unterschied.
Copper und Cobalt unterstützen:
bis zu 24 Bit/96 kHz
Die unterstützten Abtastraten sind 44,1, 48, 88,2 und 96 kHz.
Copper versucht sich also nicht über höhere Zahlen auf dem Datenblatt vom Cobalt abzuheben. Die Verbesserungen liegen vor allem bei Verstärkung, Energieeffizienz, Bauteilen und Störunterdrückung.
MQA: ein wichtiger Unterschied
DragonFly Cobalt unterstützt MQA-Rendering. Copper verzichtet darauf.
Der Verzicht auf MQA ermöglichte AudioQuest laut Entwickler Gordon Rankin den Einsatz eines weniger stromhungrigen Prozessors und eröffnete neue Möglichkeiten bei der Auswahl der Bauteile.
Für TIDAL-Nutzer hat dieser Unterschied heute erheblich weniger Bedeutung: Seit dem 24. Juli 2024 stellt TIDAL keine Musik im MQA-Format mehr bereit und setzt für Stereo auf FLAC.
Für Besitzer einer eigenen MQA-Musiksammlung bleibt die MQA-Funktion des Cobalt dagegen relevant.
Copper benötigt weniger Strom
AudioQuest gibt für Copper einen um etwa 25 % reduzierten Stromverbrauch gegenüber früheren DragonFly-Designs an.
Bei der Verwendung mit Smartphone oder Tablet ist das ein wichtiger Vorteil, da DragonFly seine Energie über USB vom angeschlossenen Gerät bezieht.
Bemerkenswert ist, dass Copper gleichzeitig weniger Energie benötigt und mehr Kopfhörerleistung bereitstellt.
Unterschiedliche Konzepte zur Störunterdrückung
Cobalt verfügt über eine spezielle interne Filterung, die Störungen von WLAN-, Bluetooth- und Mobilfunksignalen reduzieren soll.
Copper ergänzt das Rauschmanagement durch ein hochleitfähiges, direkt kupferbeschichtetes Gehäuse.
Diese Kupferschicht dient laut AudioQuest nicht nur der Optik, sondern soll hochfrequente HF-Energie effektiver ableiten.
Copper oder Cobalt – welcher klingt besser?
Eine pauschale Aussage wäre unseriös, solange beide Geräte nicht unter identischen Bedingungen mit derselben Quelle und demselben Kopfhörer verglichen werden.
Technisch bringt Copper jedoch mehrere relevante Neuerungen: mehr Leistung, geringerer Stromverbrauch, eine neue integrierte DAC-/Kopfhörerstufe und verbesserte HF-Ableitung.
AudioQuest selbst beschreibt Copper gegenüber Cobalt unter anderem mit mehr Gain, stärkerem Grip im Bass, mehr Mikrodynamik und höherer Auflösung.
Cobalt bleibt mit seinem ES9038Q2M, Slow-Roll-off-Filter, 2,1-Volt-Ausgang und der hochwertigen internen Filterung dennoch ein leistungsfähiger DAC.
Lohnt sich ein Upgrade von Cobalt auf Copper?
Ein Upgrade ist besonders interessant, wenn Sie:
- mehr Kopfhörerleistung benötigen;
- DragonFly häufig mobil nutzen;
- den Stromverbrauch reduzieren möchten;
- die neueste DragonFly-Technik bevorzugen;
- stärkere HF-Ableitung wünschen;
- MQA nicht mehr benötigen.
Wer mit seinem Cobalt und dessen Leistung vollständig zufrieden ist, muss dagegen nicht automatisch wechseln.
Welches Modell würden wir heute wählen?
Für einen Neukauf ist DragonFly Copper in den meisten Fällen die logischere Wahl.
Er repräsentiert die neue Generation, bietet mehr Leistung und geringeren Stromverbrauch und basiert auf einer neu entwickelten Architektur.
Cobalt bleibt interessant, wenn gezielt dessen ES9038Q2M-Charakteristik oder MQA-Unterstützung gewünscht wird.
Fazit
DragonFly Copper ist keine bloße Farbvariante des Cobalt, sondern eine technisch deutlich überarbeitete Generation.
Beide unterstützen zwar 24 Bit/96 kHz und folgen dem bewährten DragonFly-Konzept, doch bei Verstärkung, Stromverbrauch, DAC-Architektur und HF-Störunterdrückung geht Copper neue Wege.
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Häufig gestellte Fragen
Ist DragonFly Copper besser als Cobalt?
Copper ist technisch neuer und bietet mehr Ausgangsleistung, geringeren Stromverbrauch und eine neue Architektur. Ob er in einer bestimmten Kombination besser klingt, hängt auch vom angeschlossenen Kopfhörer und den persönlichen Vorlieben ab.
Welcher DAC-Chip wird verwendet?
Copper nutzt den ESS ES9218, Cobalt den ESS ES9038Q2M.
Unterstützt Copper 192 kHz?
Nein. Beide Modelle unterstützen nativ bis 24 Bit/96 kHz.
Unterstützt Copper MQA?
Nein. Cobalt unterstützt MQA-Rendering, Copper nicht.
Hat Copper mehr Leistung?
Ja. Laut AudioQuest liefert Copper doppelt so viel Kopfhörerleistung wie jeder frühere DragonFly.