
Denon Moving-Coil-Tonabnehmer sind sehr beliebt, und anspruchsvolle Musikliebhaber, die das Maximum aus ihnen herausholen möchten, greifen häufig zu Step-up-Transformatoren auf der Suche nach der ultimativen Klangqualität. Einige Denon-Modelle lassen sich jedoch nicht so einfach mit einem Transformator kombinieren, da sie eine überdurchschnittlich hohe Quellimpedanz und eine unterdurchschnittlich niedrige Ausgangsspannung besitzen. Welche Übersetzungsrate ist also die richtige? Das hängt teilweise vom jeweiligen Tonabnehmer ab, doch Berechnungen zeigen, dass es eine „One-Size-Fits-All“-Lösung für Low-Output-MC-Systeme mit überraschend wenigen Kompromissen gibt.
DL-304
Dieser Tonabnehmer hat eine Quellimpedanz von 40 Ohm, aber eine sehr niedrige Ausgangsspannung von nur 0,18 mV. Um eine Signalspannung von 5 mV für die nachfolgende MM-Phonostufe zu erreichen, könnte ein Übersetzungsverhältnis von 1:28 sinnvoll erscheinen. Allerdings sieht der Tonabnehmer bei Anschluss an einen üblichen 47k-MM-Eingang dann nur eine Lastimpedanz von 60 Ohm – zu niedrig für ein System mit 40 Ohm Quellimpedanz. Es entsteht ein Signalverlust von etwa 4,5 dB an der Schnittstelle zwischen Tonabnehmer und Transformator, sodass die resultierende Ausgangsspannung nur etwa 3 mV beträgt.
Zwar reichen 3 mV für die meisten MM-Phonostufen aus, jedoch ist das Signal-Rausch-Verhältnis schlechter als bei höherem Pegel. Ein höheres Verhältnis wie 1:40 hilft ebenfalls nicht: Die Lastimpedanz sinkt weiter auf nur 29 Ohm, und die Ausgangsspannung bleibt bei etwa 3 mV. Zudem verschlechtert sich die Gesamtleistung, da höhere Übersetzungsverhältnisse technische Nachteile mit sich bringen (z. B. mehr Kapazität und Widerstand → schlechtere Höhenwiedergabe, oder geringere Induktivität → schlechtere Basswiedergabe).
Daher ist es sinnvoll, das Übersetzungsverhältnis möglichst niedrig zu halten. Theoretisch wäre 1:35 optimal (24,68 dB Spannungsverstärkung), doch in der Praxis ist ein niedrigerer Wert besser. Mit nur 1 dB weniger Verstärkung reicht bereits 1:21 aus, und 1:20 ist eine gängige und sehr gute Wahl.
Fazit:
Ein Verhältnis von 1:20 ist in der Praxis ideal für den DL-304 und liefert etwa 2,7 mV.
Ein Verhältnis von 1:35 ergibt 3,08 mV, jedoch mit eingeschränkter Bandbreite.
Ein passender Transformator ist der Rothwell MCL.
DL-103
Mit 0,3 mV besitzt dieser Tonabnehmer eine höhere Ausgangsspannung als der DL-304, aber die gleiche Quellimpedanz (40 Ohm).
Theoretisch optimal: 1:35 → 5,1 mV
Praktisch besser: 1:20 → 4,5 mV mit besserer Gesamtleistung
Fazit:
Auch hier ist 1:20 die beste Wahl.
Geeignet: Rothwell MCL.
DL-103R
Dieser Tonabnehmer ist eine überarbeitete Version des DL-103 mit geringerer Ausgangsspannung (0,25 mV), aber deutlich niedrigerer Quellimpedanz (14 Ohm).
Theoretisch optimal: 1:60 – jedoch praktisch ungeeignet und würde ca. 15 mV Ausgangsspannung liefern (Gefahr von Übersteuerung).
Besser ist es, etwa 5 mV anzustreben:
- 1:24 → ca. 5 mV
- 1:20 → ca. 4,5 mV (nur 1 dB Unterschied)
Fazit:
Ein Verhältnis von 1:20 bis 1:24 ist ideal.
Geeignet: Rothwell MCL.
DL-301mkII
Quellimpedanz: 33 Ohm
Ausgangsspannung: 0,4 mV
Theoretisch optimal: 1:40 → 7,5 mV (zu hoch und mit Nachteilen verbunden)
Alternativen:
- 1:14 → 4,9 mV
- 1:10 → 3,7 mV
- 1:20 → 6,2 mV
Fazit:
Ein Bereich von 1:10 bis 1:20 ist empfehlenswert.
Geeignet:
DL-110
Dies ist ein High-Output-MC-Tonabnehmer und wird normalerweise direkt an eine MM-Phonostufe angeschlossen.
Quellimpedanz: 160 Ohm
Ausgangsspannung: 1,6 mV
Ein Transformator kann dennoch Vorteile bringen, sofern das Übersetzungsverhältnis niedrig ist:
- 1:3 → ca. 4,7 mV (deutlich bessere Signal-Rausch-Verhältnisse)
Fazit:
Ein niedriges Verhältnis ist entscheidend.
Geeignet: Rothwell MC1-H
Viele Anwender betreiben den DL-110 jedoch direkt ohne Transformator.
Alternative: Headamp
Anstelle eines Step-up-Transformators kann auch ein Headamp verwendet werden. Dieser erfüllt die gleiche Aufgabe, arbeitet jedoch mit aktiver Verstärkung statt mit Transformatoren.
Vorteile:
- Gain und Lastimpedanz unabhängig einstellbar
- Sehr große Bandbreite
Transformatoren bieten jedoch oft die geringste Rauschentwicklung.
Eine geeignete Lösung ist der Rothwell Headspace, mit mehreren Gain- und Lastoptionen und geeignet für alle Denon-Tonabnehmer.